© A. Etges/Mercator-Institut

Unterstützungsangebot zur sprachlichen Bildung

in mehrsprachigen Klassen

Schülerinnen und Schüler einer Klasse verfügen über unterschiedliche sprachliche Fähigkeiten. Weil diese wesentlich über den Bildungserfolg entscheiden, ist es zentral, dass Lehrkräfte ihren Unterricht sprachsensibel gestalten und die sprachlichen Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler systematisch fördern. Um die Lehrkräfte dabei zu unterstützen, hat das Mercator-Institut im Jahr 2014 – zusammen mit der Arbeitsstelle Migration der Bezirksregierung – das Gemeinsame Unterstützungsangebot geschaffen. Dieses richtet sich an interessierte Lehrkräfte an Grundschulen im Regierungsbezirk Köln. Ziel ist es, die Lehrkräfte bedarfsgerecht mit Möglichkeiten zur Diagnose und Förderung sprachlicher Fertigkeiten vertraut zu machen, diese Förderansätze zu erproben und an den Schulen zu implementieren. Eine große Rolle spielt dabei, wie Lehrkräfte die Mehrsprachigkeit der Lernenden als Ressource nutzen können. 

Dafür erhalten die Lehrkräfte sowohl eine persönliche Unterstützung für den eigenen Unterricht als auch eine teamorientierte, in der sprachsensible Schulentwicklungsprozesse gezielt in den Blick genommen werden. Für Ersteres werden themenspezifische Workshops angeboten, für Letzteres die teilnehmenden Lehrkräfte zusammen mit den zuständigen Gremien ihrer Schule (z. B. Steuer- oder Arbeitsgruppen) von Schulentwicklungsberaterinnen und -beratern begleitet. Zudem sind Profilierungen und Schwerpunktsetzungen – je nach den individuellen Bedarfen und Kapazitäten – möglich.

Drei Phasen, vier Bausteine

Das Unterstützungsangebot setzt sich aus vier verschiedenen Bausteinen zusammen, die eng miteinander verzahnt sind. Der erste Baustein ist die Basis-Unterstützung mit praxisorientierten Workshops, die grundlegende Aspekte (schrift-)sprachlicher Bildung und mehrsprachigen Lernens vermittelt. Individuelle Vertiefungen sind durch flankierende E-Learning-Anteile möglich.

Daran anschließend haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, eines von zwei Profil-Angeboten auszuwählen. Diese zweite Phase findet im Rahmen der Initiative Transfer von Sprachbildung, Lese- und Schreibförderung (BiSS-Transfer) in Nordrhein-Westfalen statt, deren Ziel es ist, die Ergebnisse der Initiative Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS) möglichst vielen Schulen zugänglich zu machen. Dafür wurden Transferverbünde gegründet, innerhalb derer die Beteiligten Wissen und Erfahrungen zu gut erprobten Konzepten sprachlicher Bildung aus Impulsschulen an Transferschulen weitergeben.

Zwei dieser Transferverbünde im Regierungsbezirk Köln sind als zweiter Baustein Bestandteil des Unterstützungsangebots: Profil-Unterstützung A Prinzipien zur Sprachbildung nach dem DemeK-Konzept: die DemeK-Literaturwoche und Profil-Unterstützung B Mehrsprachige Leseförderung. Profil A ist Teil des Transferverbunds Die DemeK-Literaturwoche, vermittelt Konzepte für den sprachsensiblen Unterricht in allen Fächern und berücksichtigt dabei besonders die Herkunftssprachen der Schülerinnen und Schüler. Profil B ist im Transferverbund Mehrsprachiges Reziprokes Lesen verankert und umfasst eine strukturierte Einführung in mehrsprachige Leseförderung, wobei insbesondere die Methode des Mehrsprachigen Reziproken Lesens genauer vorgestellt und diskutiert wird. 

In der anschließenden Netzwerkphase, dem dritten Baustein, profitieren die Schulen der teilnehmenden Lehrkräfte durch einen regelmäßig stattfindenden kollegiumsübergreifenden Erfahrungsaustausch von der Kooperation mit anderen Schulen.

Parallel zu allen drei Phasen ist die Schulentwicklungsberatung als vierter Baustein Teil des Unterstützungsangebots. Schulentwicklungsberaterinnen und -berater begleiten die Steuer- oder Arbeitsgruppen der Schulen in regelmäßigen Treffen und unterstützen diese bei der nachhaltigen Implementation individuell konzipierter Sprachfördermaßnahmen. Langfristiges Ziel ist es, die Teams für zukünftige Schulentwicklungsprozesse im Kontext sprachlicher Bildung zu professionalisieren.

Arbeitsumfang

Der Arbeitsumfang umfasst im ersten Schuljahr der Basis-Unterstützung:

  • Präsenzzeit der Seminartermine: 16 Stunden
  • Individuelle Erprobungen im eigenen Unterricht: ca. 9 Stunden
  • Schulentwicklungsbegleitung: ca. 12 Stunden (2 Sitzungen pro Quartal à 2 Stunden)

Die Profil-Unterstützung im darauffolgenden Schuljahr umfasst:

  • Präsenzzeit der Transfer-Veranstaltungen: 9 Stunden
  • Zeit zur Selbsterprobung und zur Hospitation: ca. 9 Stunden
  • Schulentwicklungsbegleitung: ca. 12 Stunden (2 Sitzungen pro Quartal à 2 Stunden) 

Anmeldung

Das Unterstützungsangebot steht interessierten Grundschulen aus dem Regierungsbezirk Köln offen. Anmelden können sich einzelne oder mehrere Lehrkräfte eines Kollegiums. Sie melden sich zunächst für die Basis-Unterstützung an und entscheiden später, ob sie an der Profil-Unterstützung, der Netzwerkphase und Schulentwicklungsbegleitung teilnehmen möchten.

Die Anmeldephase für den Beginn der Basis-Unterstützung im Schuljahr 2022/2023 startet Anfang April 2022. Interessierte Lehrkräfte können sich bis zum 6. Mai 2022 für eine Teilnahme hier bewerben

Die Anmeldung für die Profile erfolgt zum Abschluss der Basis-Unterstützung über die Koordinatorinnen der Transferverbünde.

Für eine Teilnahme an der Schulentwicklungsbegleitung werden die für die Basis-Unterstützung angemeldeten Schulen automatisch von dem Schulentwicklungsberater Mathias Fehn (mathias.fehnmercator.uni-koeln.de) kontaktiert.

Termine

Für die Basis-Unterstützung im Schuljahr 2022/2023 gelten folgende Termine:

  • Anmeldezeitraum: 05.04.2022 bis 06.05.2022
  • Auftaktveranstaltung: am 19.10.2022, 9 bis 16 Uhr
  • Nachmittag 1 (Schrift- und Orthographieerwerb): 23.11.2022, 14 bis 17 Uhr
  • Nachmittag 2 (Leseverstehen): 01.03.2023, 14 bis 17 Uhr
  • Nachmittag 3 (Schreibkompetenz): 26.04.2023, 14 bis 17 Uhr

Geplant ist, die Seminarsitzungen im Wechsel an den beteiligten Schulen durchzuführen. Sollte dies aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich sein, werden stattdessen Videokonferenzen organisiert.

Die Termine für die Profil-Unterstützungen (Schuljahr 2022/2023) werden Interessierten von den Koordinatorinnen der Transferverbünde nach der Entscheidung für die jeweilige Profilierung mitgeteilt. Dies geschieht zum Abschluss der Basis-Unterstützung.

Termine für die Schulentwicklungsbegleitung werden individuell mit dem Schulentwicklungsberater Mathias Fehn (mathias.fehnmercator.uni-koeln.de) vereinbart

Auf einen Blick

Ziel

Das Angebot unterstützt einzelne Lehrkräfte und Kollegien von Grundschulen im Regierungsbezirk Köln dabei, sprachliche Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Kooperationspartner

Arbeitsstelle Migration der Bezirksregierung Köln
BiSS-Transfer
ZMI – Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration Köln

Laufzeit

Seit 2014

Projektleiter

Dr. Christoph Gantefort

Projektteam

Mathias Fehn
Nadine Schneck
Dr. Peter Weber