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IDeALL

Sprachliche Entwicklung und sprachliche Bildung neu zugewanderter gehörloser und schwerhöriger Schüler:innen

Wie lässt sich die sprachliche Entwicklung und Bildung neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler, die gehörlos oder schwerhörig sind, beschreiben? Wie stellt sich ihre Lernsituation dar und welche sprachdidaktische Unterstützung ist für sie wichtig? Wissenschaftlich fundierte Antworten auf diese Fragen gibt es derzeit nicht, weil es kaum Forschung zu diesem Bereich gibt. Diese Lernendengruppe wird ohne belastbare Informationen über ihre unterschiedlichen schrift- und lautsprachlichen sowie gebärdensprachlichen Erwerbsverläufe, Sprachprofile und Schulkarrieren beschult. Darüber hinaus werden Lehrkräfte nicht explizit für das Unterrichten dieser Lernendengruppe qualifiziert und es besteht ein erhöhter Bedarf, effektive Unterrichtsmaßnahmen für sie zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren sowie angemessene Unterrichtsmaterialien zu konzipieren.

Ziel des IDeALL-Projekts ist es daher, ein interdisziplinäres (Zweitsprachenerwerb/Mehrsprachigkeit sowie Pädagogik und Didaktik hörgeschädigter Menschen) und nationenübergreifendes Austausch- und Forschungsnetzwerk aufzubauen, um eine Basis für die Erforschung der Lernsituation junger Lernender mit Hörbehinderung, für ihre sprachdidaktische Unterstützung und für die Erweiterung der Aus- und Weiterbildung ihrer Lehrkräfte aufzubauen. Dabei liegt der Fokus auf sämtlichen Bildungsetappen bis zum Schulabschluss (Elementar-, Primar- und Sekundarbereiche). Damit sollen Strukturen geschaffen werden, um Forschungs- und Praxisdefizite aufzuzeigen und Empfehlungen für beteiligte Akteurinnen und Akteure, wie Lehrende, Eltern, Lernende und Forschende, auszusprechen.

Auf einen Blick

Ziel

Ziel des Projekts ist es, ein interdisziplinäres und nationenübergreifendes Austausch- und Forschungsnetzwerk aufzubauen. Dies ist die Basis, um die Lernsituation neu zugewanderter gehörloser und schwerhöriger Schülerinnen und Schüler zu untersuchen sowie deren sprachdidaktische Unterstützung und die entsprechende Erweiterung der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften in den Blick zu nehmen.

Kooperationspartner

Prof. Dr. Joanna Cannon, Education of the Deaf and Hard-of-Hearing (University of British Columbia, CA);

Equalizent, Bildungsorganisation für DHH (Wien, AU);

Gronewald-Schule (FSP Hören und Kommunikation) (Köln, DE);

Prof. Dr. Ingela Holmström, Sign Language and Bilingualism (University of Stockholm, SE);

Kentalis, Forschungsinstitut mit 40 Schulen mit FSP Hören (Sint-Michielsgestel, NL);

Dr. Camilla Lindahl, Project Leader Teacher Education Programme with Profile Multilingualism (University of Stockholm, SE);

Prof. Dr. Chloe Marshall, Psychology and Human Development (University College London, GB);

Prof. Dr. Ruth Swanwick, Deaf Education (University of Leeds, GB);

Dr. Jürgen Wessel, Pädagogik und Didaktik hörgeschädigter Menschen (Universität zu Köln)

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Laufzeit

Oktober 2021 – September 2024

Projektleiterin

Prof. Dr. Nicole Marx

Projektteam

Sophie Begon
Marisa Klemt
Nele Kösler (SHK)