© A. Etges/Mercator-Institut

Forschungsnetzwerk BiSS-Transfer

Eine Reihe von Maßnahmen zur sprachlichen Bildung hat sich bei der Erprobung in Forschungsprojekten als wirksam erwiesen; andere hingegen nicht. Die Übertragung und Umsetzung erfolgreicher Konzepte in den schulischen Alltag gelingt häufig nur bedingt und mit geringen messbaren Effekten auf die sprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Ziel des Forschungsnetzwerks BiSS-Transfer ist es daher, gesicherte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie wissenschaftlich evaluierte und nachweislich wirksame Maßnahmen zur sprachlichen Bildung effektiv und erfolgreich in die Praxis bei unterschiedlicher Ausgangslage und Kontextbedingungen transferiert werden können, und unter welchen Bedingungen sie ihre Wirkung auf den unterschiedlichen Ebenen des Bildungssystems bestmöglich entfalten.

Das Forschungsnetzwerk BiSS-Transfer ist Teil der Bund-Länder-Initiative BiSS-Transfer (2020 bis 2025), die gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern initiiert wurde und vom BMBF gefördert wird.

Das Forschungsnetzwerk arbeitet multidisziplinär und anhand verschiedener thematischer Schwerpunkte, etwa zum Lesen und Schreiben, zum sprachlichen Lernen in fachlichen Kontexten und zur Nutzung von VERA 8-Ergebnissen im Unterricht. Das Netzwerk koordiniert zwei große Studien in der Primarstufe sowie in der Sekundarstufe. Es untersucht den Verlauf der Implementation von der Fortbildung von Lehrkräften durch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, den Adaptionen der Ansätze zur sprachlichen Bildung durch die beteiligten Schulen und Lehrkräfte bis hin zu den Wirkungen bei den beteiligten Schülerinnen und Schülern.

Im Fokus der Interventionen stehen sowohl trainingsförmige als auch unterrichtsbegleitende Transferformate zu insgesamt sechs Schwerpunkten:

  • Lesen und Leseförderung, Institut für Psychologie in Bildung und Erziehung, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Schreiben und Schreibförderung, Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, Universität zu Köln
  • Unterrichtsentwicklung mit VERA 8, Institut für Deutsche Sprache und Literatur II, Universität zu Köln; Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
  • Sprachsensibler Mathematikunterricht, Deutsches Zentrum für Lehrerbildung Mathematik, Technische Universität Dortmund
  • Multiplikation und Fortbildung, Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, Universität zu Köln
  • Wirkungsketten bei Schülerinnen und Schülern in der Grundschule, DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Das Trägerkonsortium BiSS-Transfer übernimmt die Koordination des Forschungsnetzwerks. Es speist die gewonnenen Erkenntnisse über das bundesweite Netzwerk der Initiative BiSS-Transfer in die Ländervorhaben ein, sodass sie in den Implementationsprozessen Berücksichtigung finden können.

Auf einen Blick

Ziel

Ziel des Forschungsnetzwerks BiSS-Transfer ist es, gesicherte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie wissenschaftlich evaluierte Maßnahmen zur sprachlichen Bildung in die Praxis transferiert werden und welche Bedingungen vorliegen sollten, damit sie ihre Wirkung auf die unterschiedlichen Ebenen des Bildungssystems bestmöglich erbringen können.

Initiatoren

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Kultusministerkonferenz (KMK)

Kooperationspartner

DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit dem Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
Deutsches Zentrum für Lehrerbildung Mathematik, Technische Universität Dortmund
Institut für Psychologie in Bildung und Erziehung, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Deutsche Sprache und Literatur II, Universität zu Köln

Förderer

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Laufzeit

März 2020 bis Februar 2025

Projektleitung

Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek
Prof. Dr. Marcus Hasselhorn (DIPF)
Dr. Sofie Henschel (IQB)
Prof. Dr. Jörg Jost
Prof. Dr. Susanne Prediger (TU Dortmund)
Prof. Dr. Hans-Joachim Roth
Prof. Dr. Elmar Souvignier (WWU Münster)
Prof. Dr. Petra Stanat (IQB)

Projektteam

Jens Gerlach
Christina Gollan
Ruth Görgen
Dr. Valerie Lemke
Michaela Mörs
Sonja Sieger
Yasemin Ucan