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16. März 2020Aktuelles

BiSS-Transfer startet

Am 1. März 2020 hat die zweite Programmphase der bundesweiten Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) begonnen. Unter dem Titel BiSS-Transfer werden in den nächsten fünf Jahren bis zu 90 Verbünde aus Schulen und Kitas an ihren Konzepten zu Sprachbildung, Lese- und Schreibförderung arbeiten. Dabei knüpfen sie an die Erfahrungen und Ergebnisse aus der ersten Programmphase an (2013 bis 2019), in der rund 600 Schulen und Kitas wissenschaftlich fundierte Konzepte zur Sprachbildung erfolgreich erprobt und weiterentwickelt haben. Viele dieser Schulen und Kitas werden auch wieder an BiSS-Transfer teilnehmen, um ihre Erfahrungen und Erkenntnisse weiterzugeben.

Wie ist BiSS-Transfer organisiert?

BiSS-Transfer ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK). Die Koordination und wissenschaftliche Ausgestaltung übernimmt – wie auch in BiSS – ein Konsortium bestehend aus dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln, dem DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und der Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit dem Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB).

Schulen und Kitas arbeiten in BiSS-Transfer weiterhin in sogenannten Verbünden zusammen. Verbünde sind lokale Netzwerke aus mindestens zehn Schulen oder Kitas, die sich mit eigenen Konzepten in das Programm einbringen. Dabei können sie sich den folgenden thematischen Schwerpunkten zuordnen:

  • Systematische Sprachbildung und Sprachförderung, insbesondere am Übergang vom Elementarbereich zur Primarstufe
  • Systematische Leseförderung: Leseflüssigkeit und Lesestrategien im Rahmen einer durchgängigen Sprachbildung
  • Systematische Schreibförderung: Schreibflüssigkeit und Schreibstrategien im Rahmen einer durchgängigen Sprachbildung
  • Unterrichtsentwicklung: Sprachsensibler Fachunterricht
  • Unterrichtsentwicklung: Elementare Sprachvermittlung unter Berücksichtigung von Fach- und Bildungssprache für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler

Jedes Bundesland entscheidet selbst, zu welchen Schwerpunkten es Verbünde in BiSS-Transfer einreicht. Auch die Anzahl der möglichen Verbünde variiert von Land zu Land. Die Initiatoren haben sie anhand des sogenannten Königssteiner Schlüssels ermittelt, ein Verteilungsschlüssel, der auf Bevölkerungszahl und Steueraufkommen basiert. Somit hat beispielsweise Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, bis zu 19 Verbünde einzureichen, während Schleswig-Holstein drei Verbünde in BiSS-Transfer einreichen kann. Schöpft ein Land sein Kontingent nicht aus, kann es dies für andere Länder freigeben.

Wie verläuft der Aufnahmeprozess der Verbünde?

Die Länder bereiten zurzeit ihre Verbundanträge für BiSS-Transfer vor. Zuständig für die Auswahl und die Zusammenstellung geeigneter Verbünde ist pro Bundesland ein Landeskoordinator bzw. eine Landeskoordinatorin. Sie haben in den letzten Monaten bereits Informationsveranstaltungen für interessierte Schulen angeboten und Gespräche mit Schulleitungen und Lehrkräften geführt. Jetzt geht es darum, geeignete Schwerpunktthemen auszuwählen und passende Verbünde zusammenzustellen. Möchte ein Land zu dem Schwerpunkt „Systematische Sprachbildung und Sprachförderung, insbesondere am Übergang vom Elementarbereich zur Primarstufe“ arbeiten, wählt es neben Schulen auch geeignete Kitas aus, die für eine lokale Kooperation mit Grundschulen infrage kommen.

Bis Mitte April können die ersten Anträge beim BiSS-Trägerkonsortium eingereicht werden. Die Entscheidung, welche Verbünde in BiSS-Transfer aufgenommen werden, trifft im Juni 2020 die Steuerungsgruppe „Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens im internationalen Vergleich“ auf Empfehlung des BiSS-Lenkungsausschusses, der einen Monat zuvor tagt. Zum Schuljahr 2020/2021 sollen die ersten Verbünde ihre Arbeit aufnehmen, weitere Verbünde sollen nach und nach folgen.

Was bietet BiSS-Transfer?

Die Verbünde, die an BiSS-Transfer teilnehmen, werden bei ihrer Sprachbildungsarbeit mit verschiedenen Angeboten begleitet und unterstützt. Das umfasst:

  • die Begleitung und Moderation des Verbunds durch eine Verbundkoordinatorin bzw. einen Verbundkoordinator
  • die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens durch eine Universität oder Hochschule (optional)
  • Unterstützung durch Fortbildungsangebote des jeweiligen Landesinstituts
  • Zugriff auf die Fortbildungsplattform www.biss-fortbildung.de mit Onlinefortbildungen zur Qualifizierung von Fach- und Lehrkräften (Blended Learning)
  • kostenfreie Handreichungen und Broschüren, in denen Tools und Konzepte zur sprachlichen Bildung vorgestellt werden
  • Zugriff auf eine Datenbank, in der nach wissenschaftlichen Kriterien mehr als 100 Tools zu Diagnostik, Förderung und Professionalisierung im Bereich Sprachbildung dokumentiert sind
  • Teilnahme an Jahrestagungen und an einem bundesweiten Netzwerk aus Wissenschaft und Praxis zum Thema Sprachbildung

Welche Ansprechpartner gibt es?

Bei Interesse an einer Teilnahme an BiSS-Transfer können sich Schulen und Kitas an ihre jeweilige BiSS-Landeskoordinatorin bzw. ihren BiSS-Landeskoordinator wenden. Auch das BiSS-Trägerkonsortium mit Sitz in Köln berät und informiert über BiSS-Transfer. Als Ansprechpartnerin im Trägerkonsortium steht Johanna Grießbach zur Verfügung.


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