02.08.2019
Bericht

Lernverlaufsdiagnostik in der sprachlichen Bildung am Beispiel der Lesekompetenz in der Grundschule

Was versteht man unter Lernverlaufsdiagnostik? Wie lässt sich Lernverlaufsdiagnostik in den schulischen Alltag integrieren? Welche Konsequenzen für den Unterricht lassen sich ableiten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Praxisworkshop im Rahmen der Jahrestagung des Mercator Instituts am 26. März 2019.

Bei der Lernverlaufsdiagnostik handelt es sich um einen Ansatz, bei dem Lehrkräften in kurzen zeitlichen Abständen diagnostische Informationen zum Lernzuwachs ihrer Schülerinnen und Schüler bereitgestellt werden. So sollen Entscheidungen über Fördermaßnahmen und die Gestaltung des Unterrichts auf einer objektiven Datenbasis vorgenommen werden, die die Einschätzung der Lehrerinnen und Lehrer ergänzen kann.

Der Ansatz der Lernverlaufsdiagnostik lässt sich prinzipiell auf viele Inhaltsbereiche und unterschiedliche pädagogische Situationen (Einzelfallförderung, regulärer Unterricht usw.) übertragen. Im Kontext sprachlicher Bildung liegt ein Anwendungsfeld bei der Entwicklung von Lesekompetenzen. Beginnend mit dem Lesen auf der Wortebene sind in der Folge basale Fertigkeiten des flüssigen Lesens zu erwerben, bevor das verstehende Lesen in den Fokus unterrichtlicher Angebote rückt.

In dem Workshop wurde mit dem internetbasierten quop-System ein Ansatz vorgestellt, der sich in ganzen (Grund-)Schulklassen im Bereich der Leseentwicklung einsetzen lässt. Dabei werden im Abstand von drei Wochen kurze Tests (10 - 15 Minuten) durchgeführt, die automatisiert ausgewertet und dokumentiert werden. Im Sinne des theoretischen Rahmenkonzepts des formativen Assessment (Diagnostik im Dienste von Förderung) werden diagnostische Informationen zu individuellen Lernverläufen dazu genutzt, Kindern Feedback zu ihren Lernfortschritten zu geben und gezielte Angebote zur individuellen Förderung bereitzustellen.

In dem Workshop wurde zunächst das Konzept der Lernverlaufsdiagnostik erläutert. Im Anschluss wurde das internetbasierte System quop vorgestellt, mit dem die Entwicklung von Lesekompetenzen über die Grundschulzeit hinweg abgebildet werden kann. Zusätzlich wurden Beispiele für die Nutzung der so ermittelten Lernverläufe im Hinblick auf Feedback und auf differenzierte Leseförderung gegeben. Insbesondere die Materialien zur Leseförderung stießen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf großes Interesse.

Während des Workshops stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die grundlegende Frage, inwiefern das vorgestellte Diagnostikinstrument quop hilfreich für die Förderung der Lesekompetenzen von Grundschulkindern sein kann. Als Ergebnis bleibt festzuhalten:

  • Das vorgestellte Instrument quop liefert computerbasierte Auswertungen zu den Lesekompetenzen von Schülerinnen und Schülern, auf deren Grundlage die Lehrkräfte Förderentscheidungen treffen können.
  • Mit quop kann die Entwicklung von Lesekompetenzen über die Grundschulzeit hinweg abgebildet werden. Dies ist auch für Elterngespräche oder Klassenkonferenzen sinnvoll einsetzbar.
  • Das Diagnostiktool wird durch Materialien zu Feedbackgesprächen und Förderung sinnvoll ergänzt.