08.06.2017
Bericht

Erhebungs- und Auswertungsmethoden in der empirischen Schreibforschung

Schreiben ist eine der wesentlichen Kompetenzen sowohl in privaten als auch im bildungs- und beruflichen Bereichen des Lebens. Es ist daher von großer Wichtigkeit, das Phänomen genauer zu untersuchen und zu erfassen. Moti Brinkhaus von der Leibniz Universität Hannover und Markus Schmitt von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg führten im Rahmen eines wissenschaftlichen Workshops die Teilnehmenden in diesen Bereich ein und stellten vor, welche Möglichkeiten der Untersuchung des Schreibens im Rahmen der empirischen Schreibforschung bestehen.

Der Workshop konnte zum einen auf eine sehr klare Art und Weise zeigen, dass eine empirische Untersuchung im Rahmen der Schreibforschung – wie auch in anderen Bereichen – ein mehrstufiges Verfahren darstellt. Zum anderen gelang es den Workshopleitenden, theoretische und praktische Einblicke in die relevanten Schwerpunkte innerhalb dieser Stufen zu geben. So beginnt die Planung bei eher abstrakteren Überlegungen hinsichtlich der Forschungsmethoden, beispielsweise der Entscheidung für eine experimentelle oder quasiexperimentelle Studie. Weiterhin sind konkretere Entscheidungen, wie die bezüglich des Zeitplans, zu treffen. Unerlässlich auf dieser Etappe der Untersuchungskonzipierung ist die Formulierung der Forschungsfrage. Dabei sind u.a. Entscheidungen hinsichtlich des zu untersuchenden Phänomens – beispielsweise des Schreibprozess oder der Entwicklung schreibbezogener Kompetenzen – zu treffen. Außerdem muss festgelegt werden, welche Methode besonders geeignet scheint: Soll z.B. direkt oder indirekt elizitiert werden? Ferner sind Entscheidungen bezüglich des oder der zu verwendenden Verfahren zu treffen. Hierbei stehen, je nach Schwerpunkt, u.a. solche Optionen wie das Kooperative Schreiben – in mündlicher oder schriftlicher Form – oder das Keystroke logging zur Auswahl. Sowohl bereits bei der Planung als auch bei der Erhebung sowie auch bei der Auswertung sind die Kovariaten, die sog. Störgrößen, die ebenfalls Einfluss auf das Ergebnis nehmen könnten, zu berücksichtigen. Zu solchen Merkmalen gehören u.a. im kognitiv-fähigkeitsbezogenen Bereich das Arbeitsgedächtnis oder die allgemeine Intelligenz. Diese können beispielsweise miterhoben und ihr Einfluss in der statistischen Auswertung kontrolliert werden. Vor der statistischen Betrachtung werden die Ergebnisse, v.a. wenn sie in Textform vorliegen, in Rating- bzw. analytischen Verfahren ausgewertet.