21.02.2014
Material

Durchgängige Sprachbildung in der Schule: Thesen zur Lehrerbildung

Pro Workshop sind auf der Konferenz "Durchgängige Sprachbildung in der Schule" am 21. Februar 2014 Thesen entstanden, welche Aspekte für die jeweilige Phase der Lehrerbildung wichtig sind. Hier finden Sie die Übersicht und die Präsentationen der Referentinnen und Referenten.

Workshop 1: Durchgängige Sprachbildung: Vermittlungskompetenz von Hochschullehrkräften

Leitfragen

Wie kann ein Dialog zwischen den Fachdisziplinen initiiert werden? Wie können die Fachdidaktiken, Fach- und Bildungswissenschaften überzeugt werden, sich an Lehre und Forschung im Bereich Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache zu beteiligen? Wie kann eine Unterstützung der Hochschuldozierenden aussehen?


Input und Moderation

Magdalena Michalak, Dr. des. Carolin Kölzer (Universität zu Köln) und Katarina Wagner (Mercator-Institut)

Thesen

  1. Den Dozierenden muss die sprachliche Komplexität der eigenen Lehre, den Studierenden die sprachliche Komplexität des Schulunterrichts bewusst werden.
  2. Wie werden aus Hochschuldozierende gute Sprachvorbilder für ihre Studierenden?
  3. Der erste Schritt ist der Dialog mit den Fachkolleginnen und -kollegen darüber, was Sprache in den verschiedenen Fächern bedeutet.
  4. Wir benötigen Forschungsergebnisse, welche die Relevanz von Sprachsensibilität im Fachunterricht untermauern.
  5. Wie viel Raum ist für das Thema Sprachsensibilität in Forschung und Lehre der Fachdidaktik und -wissenschaft realistisch?

Workshop 2 (Gruppe a und b): Durchgängige Sprachbildung als Thema des Referendariats

Leitfragen
Welche spezifischen Kompetenzen sollen im Referendariat erworben werden? Wie kann die Qualifizierung im Referendariat angegangen werden?


Input und Moderation
Workshop 2a: Angelika Ruscher (Zentrum für schulpraktische LehrerInnenbildung Krefeld) und Dr. Claudia Benholz (Universität Duisburg-Essen)

Workshop 2b: Ursula Mensel (Zentrum für schulpraktische LehrerInnenbildung Krefeld) und Erkan Gürsoy (Universität Duisburg-Essen)

Thesen

  1. Die Fachleitungen des Referendariats wünschen sich Fortbildungen zum Thema sprachsensibler Fachunterricht.
  2. Sprachförderung muss zu einem Beobachtungskriterium bei Unterrichtsbesuchen werden.
    Sprachhandlungen müssen im Unterricht sichtbar werden.
  3. Benötigt werden: Methoden der Selbsterfahrung, ein Materialpool mit sprachförderlichen Unterrichtsentwürfen, konkreter Ausbildungselemente.
  4. Wie viel Zeit und Raum ist für Sprachsensibilität im Referendariat, auch in Anbetracht der zeitlichen Kürzungen in vielen Bundesländern?
  5. NRW: Sprachbildung sollte als Thema des Praxissemester etabliert werden, an dem alle Fächer, Universität und Referendariat gemeinsam arbeiten.

Workshop 3: Durchgängige Sprachbildung als Thema der Lehrkräftefortbildung

Leitfragen
Welchen Qualitätsstandards müssen Fortbildungen im Bereich Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache genügen? Wie müssen Fortbildungen organisiert sein? Welche Formate haben sich bewährt?


Input und Moderation
Christiane Schöneberger (Mercator-Institut, BiSS – Bildung durch Sprache und Schrift) und Lale Altinay (abgeordnete Lehrkraft am Mercator-Institut)

Thesen

  1. Professionalisierung braucht Ziele, eine zentrale Steuerung und muss evaluiert werden.
  2. Schulentwicklung statt Einzelfortbildungen: Die Schulleitung nimmt bei sprachsensibler Schulentwicklung eine Schlüsselposition ein.
  3. Gute Fortbildung braucht qualifizierte Fortbildnerinnen und -fortbildner. Dafür müssen entsprechende Inhalte und Strukturen geschaffen werden.
  4. Inwiefern kann und sollten Fortbildungen im Bereich Sprachförderung und DaZ verpflichtend sein?

Workshop 4: Sprachsensible Schulentwicklung

Leitfragen
Welche Gelingensbedingungen und Risiken begegnen uns auf dem Weg zu einer sprachsensiblen Schule? Wie kann eine ideale Prozessbegleitung aussehen? Was können Schulen und ihre Begleiter realistischerweise leisten?


Input und Moderation
Heidi Scheinhardt-Stettner, Silke Krämer (Projekt „Sprachsensible Schulentwicklung“, Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren) und Mona Massumi (Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln)

Thesen

  1. Alle Lehrkräfte müssen die Relevanz von sprachsensiblem Unterricht erkennen.
  2. Im Rahmen der Schulentwicklung spielt die Prozessbegleitung eine zentrale Rolle. Wer kann diese später im Regelsystem übernehmen?
  3. Zeitlich befristete Projekte zur sprachsensiblen Schulentwicklung sollten von Anfang an den Transfer ins Regelsystem mitdenken.
  4. Systemisches Scaffolding bietet sich als Gesamtkonzept der sprachsensiblen Schulentwicklung an.
  5. Thematische Synergieeffekte sollten bedacht werden mit angrenzenden Diskussionen wie der um Mehrsprachigkeit, Interkulturalität und Inklusion.