02.08.2019
Diskussion

Aller guten Dinge sind drei: Sprachförderung, Professionalisierung von Fachkräften, Wandel von Bildungsorganisationen

Sprache ist sowohl für die Vermittlung professioneller Kompetenzen als auch für die Gestaltung von Rahmenbedingungen für gelingende Bildung unverzichtbar. Prof. Dr. Rosemarie Tracy setzte sich in ihrem Vortrag mit diesen zentralen Rollen der Sprache auseinander. Hier finden Sie den Videomitschnitt.

Den im Vortragstitel genannten Aufgabenfeldern ist gemeinsam, dass sie nur über Sprache funktionieren. Dies gilt für die konkrete Fördersituation ebenso wie für die Qualifizierung von Fachkräften und für die Veränderung von Institutionen, die für Rahmenbedingungen der Förderung und für ihre Umsetzung verantwortlich sind. Sprache ist also nicht nur als Input, Kommunikation nicht nur in ihrer sozialen Vorbildfunktion unverzichtbar.

Auch professionelle Kompetenzen werden sprachlich vermittelt; Lehrende an Fachschulen und Weiterbildende müssen die Teilnehmenden ihrer Seminare beim jeweiligen Kenntnisstand abholen und motivieren können, sich auf Neues einzulassen. Schließlich spielt die Art und Weise des miteinander Kommunizierens auch beim Aushandeln von Rahmenbedingungen und organisatorischen Prozessen sowie in der Kommunikation mit weiteren Beteiligten, z. B. Eltern, eine zentrale Rolle.

Niemand bezweifelt, dass die Sprachwissenschaft und die Spracherwerbsforschung für die Gestaltung von Sprachförderung, die Diagnostik und die Professionalisierung von Fachkräften unverzichtbar sind. Auf der anderen Seite wird die konstitutive Rolle der Sprache für das Gelingen von Kommunikation zwischen den an Bildungsprozessen und an der Gestaltung von Rahmenbedingungen Beteiligten bislang unterschätzt. Ein Ziel des Vortrags ist es zu unterstreichen, was die Linguistik für ein besseres Verständnis und für die Gestaltung dieser unterschiedlichen Kommunikationskontexte leisten kann.

Prof. Dr. Rosemarie Tracy studierte Anglistik, Romanistik und Psychologie in Mannheim, Göttingen und den USA. Sie wurde in Göttingen promoviert und habilitierte an der Universität Tübingen. 1995 wurde sie auf eine Professur für Anglistische Linguistik an der Universität Mannheim berufen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Spracherwerbs und der Mehrsprachigkeit bei Kindern und Erwachsenen. Sie ist Mitbegründerin des Mannheimer Zentrums für empirische Mehrsprachigkeitsforschung (MAZEM gGmbH) und engagiert sich in Kooperation mit der Praxis in Transferprojekten.

Aller guten Dinge sind drei: Sprachförderung, Professionalisierung von Fachkräften, Wandel von Bildungsorganisationen

Dokumentation der Jahrestagung 2019