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Verständnis- und Lernprozesse beim Lesen im Deutschen und Englischen

bei neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern

Studien zeigen, dass Chancengleichheit in der Schule nur mit gezielten Maßnahme erreicht werden kann. Denn ohne gezielte Unterstützung bestimmen unterschiedliche sozioökonomische und sprachliche Hintergründe maßgeblich schulische Leistungen – insbesondere die Leseleistung (Stanat/Schipolowski/Rjosk/Weirich/Haag 2017; Strand/Hessel 2018). Insbesondere neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler haben häufiger Schwierigkeiten beim Verständnis und Lernen von Texten im Vergleich zu Regelschülerinnen und -schülern (Marx/Gill/Brosowski 2021). Um neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler adäquat zu unterstützen, braucht es zunächst Erkenntnisse dazu, wie Verständnis- und Lernunterschiede entstehen und wie diese durch Sprachfördermaßnahmen aufgefangen werden können. Um zu sehen, woran Verständnis- und Lernprozesse scheitern, bedarf es des direkten Blicks auf das Lese- und Lernverhalten – jedoch fehlt es hier bisher weitgehend an Erkenntnissen (Schimke/Hopp 2018).

Hier setzt das Projekt an: Es untersucht Verständnis- und Lernprozesse von neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern sowie Regelschülerinnen und -schülern beim Lesen und erprobt, wie wirksam didaktische Unterstützungsmaßnahmen sind. Teilnehmende Schülerinnen und Schüler lesen deutsche und englische Texte und beantworten im Anschluss Lern- und Verständnisaufgaben, während ihr Leseverhalten aufgezeichnet wird. Anhand der Daten zum Leseverhalten lässt sich herausfinden, welche Schwierigkeiten beim Lesen auftreten (z. B. wenn satzübergreifende Sinnzusammenhänge nicht erkannt werden) und wie diese mit dem schlussendlichen Verständnis zusammenhängen. Durch didaktische Variationen von z. B. Leseaufträgen erproben die Forscherinnen und Forscher anschließend, welche didaktische Maßnahmen diese Schwierigkeiten auffangen können. Ziel ist es, Erhebungsverfahren zu pilotieren und erste Erkenntnisse zum Wortlernen und Textverständnis neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler zu gewinnen, die in zukünftigen Projekten Anwendung finden.

Auf einen Blick

Ziel

Ziel des Projekts ist es, Erhebungsverfahren zu pilotieren und erste Erkenntnisse zum Wortlernen und Textverständnis neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler zu gewinnen, die in zukünftigen Projekten genutzt werden können.

Laufzeit

Februar 2021 - Dezember 2022

Projektleiterin

Dr. Annina Hessel