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HSU-Interregio

Herkunftssprachlichen Unterricht interdisziplinär und interregional erforschen, entwickeln, vernetzen

Trotz der Einführung des sogenannten Herkunftssprachlichen Unterrichts (HSU) (früher Muttersprachlicher Ergänzungsunterricht) in den 1960/70er Jahren hat sich erst in den letzten Jahren bundesweit eine zunehmende Zahl von empirischen Studien und Qualifizierungsarbeiten zu Herkunftssprachen und HSU entwickelt. Allerdings wurden diese Ergebnisse bisher weitgehend isoliert voneinander präsentiert, ohne eine systematische Verbindung herzustellen. Dies liegt vor allem daran, dass die Qualifizierungsarbeiten aus unterschiedlichen Disziplinen stammen, was unterschiedliche theoretische Zugänge und Forschungsmethoden mit sich bringt. Um diese multiperspektivischen Zugänge zusammenzuführen, ist eine systematische Bündelung der bisherigen Forschungsergebnisse sowie eine Vernetzung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern innerhalb des Forschungsfeldes nach 50 Jahren HSU dringend erforderlich. Darüber hinaus gilt es, Akteurinnen und Akteure aus Praxis und Bildungsadministration aktiv in den Forschungsprozess einzubeziehen, um den Transfer der aktuell gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis zu ermöglichen und wichtige Impulse aus der Praxis für laufende und zukünftige Forschungsvorhaben zu gewinnen.

Das Hauptziel des Verbundprojekts besteht darin, interdisziplinäre und interregionale Zugänge zu den in Deutschland gesprochenen Herkunftssprachen und zum Herkunftssprachlichen Unterricht (HSU) zusammenzuführen. Dies wird durch eine Veranstaltungsreihe erreicht, die eine enge Verknüpfung der Perspektiven, Erkenntnisse und Bedarfe von Forschung und Unterrichtspraxis ermöglicht.

Um dieses Ziel zu erreichen, führen die Projektverantwortlichen eine dreijährige Veranstaltungsreihe mit zwei Veranstaltungen pro Jahr durch. In einer jährlichen Präsenzveranstaltung zu wechselnden thematischen Schwerpunkten stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Qualifizierungsphasen aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Forschungsarbeiten vor. Diese werden mit eingeladenen Fachexpertinnen und Fachexperten zu Herkunftssprachen und HSU diskutiert. Darüber hinaus findet jährlich eine Online-Veranstaltung statt, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Qualifikationsarbeiten mit HSU-Lehrkräften und Vertreterinnen und Vertretern der Bildungsadministration diskutieren und anwendungsorientierte Workshops mitgestalten. Der inhaltliche Schwerpunkt der Veranstaltungen liegt im ersten Jahr auf dem Erwerb der Herkunftssprache in der Familie, im zweiten Jahr auf dem Herkunftssprachlichen Unterricht (in der Schule) und im dritten Jahr auf außerschulischen Angeboten.

Die insgesamt sechs Veranstaltungen bauen inhaltlich aufeinander auf und verbinden die wissenschaftliche Perspektive mit den Perspektiven der Praxis und der Bildungsadministration. Damit wird sichergestellt, dass die entstehenden Forschungsarbeiten einen direkten Anwendungsbezug haben und nicht nur als Impulsgeber innerhalb der jeweiligen Forschungsdisziplin dienen, sondern auch mit Blick auf die Unterrichtspraxis konzipiert werden.

Die Ergebnisse der Veranstaltungen werden in gemeinsamen Publikationen unter Beteiligung der eingeladenen Expertinnen und Experten, der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Qualifizierungsphasen, der Lehrkräfte der HSU sowie der Bildungsadministration open access veröffentlicht. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Praxisworkshops in Form von Handreichungen und Unterrichtsmaterialien mit einer OER-Lizenz auf bestehenden Open-Access-Medienportalen zur Verfügung gestellt. Die Aktivitäten des Verbundes und seiner Mitglieder werden zudem kontinuierlich durch Maßnahmen der Wissenschaftskommunikation begleitet.

Auf einen Blick

Ziel

Das Ziel des Verbundprojekts besteht darin, interdisziplinäre und interregionale Zugänge zu den Herkunftssprachen und zum Herkunftssprachlichen Unterricht (HSU) zu vereinen und die Perspektiven von Forschung und Unterrichtspraxis miteinander zu verknüpfen.

Kooperationen

Prof. Dr. Natalia Gagarina (ZAS Berlin)

Interdisziplinäres Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung

Landesstelle Schulische Integration der Bezirksregierung Arnsberg

Prof. Dr. Grit Mehlhorn (Universität Leipzig)

Ministerium für Schule und Bildung NRW

Prof. Dr. Christoph Schroeder (Universität Potsdam)

Barbara Stolarczyk (Schreibzentrum TU Darmstadt)

Zentrum für empirische Bildungsforschung an der Universität Duisburg-Essen

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Förderrichtlinie Veranstaltungsreihen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der empirischen Bildungsforschung

Laufzeit

Mai 2023 – April 2026

Projektleitung

Dr. Erkan Gürsoy (Verbundkoordinator, Universität Duisburg-Essen)

Dr. Helena Olfert (Universität Münster)

Dr. Till Woerfel (Universität zu Köln)

Projektteam

Dr. Till Woerfel

Zara Şahin (WHB)

Sina Wenz (WHB)