Aktuell
13. Dezember 2021Aktuelles

Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz verabschiedet erstes Arbeitsprogramm

Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK), der auch Professor Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts, angehört, hat heute (13.12.) gemeinsam mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz ihr Arbeitsprogramm für das Jahr 2022 vorgestellt. Schwerpunkte der Arbeit werden die Themen Perspektiven für die Grundschule 2030 und Bildung und Unterricht in der digitalen Transformation sein. Zu beiden Themen wird das Gremium aus 16 Bildungsforscherinnen und -forschern Gutachten mit Handlungsempfehlungen zur Umsetzung und Finanzierbarkeit vorlegen.

Vorsitzende der Arbeitsgruppe zum Thema Perspektiven für die Grundschule 2030 sind Professor Michael Becker-Mrotzek und Professorin Felicitas Thiel. Michael Becker-Mrotzek: „In der Grundschule sollen Kinder grundlegende sprachliche und mathematische Kompetenzen erwerben. Allerdings zeigen Bildungsstudien, dass es in Deutschland immer noch zu viele Grundschulkinder gibt, die die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht erreichen. Nur wer gut lesen und schreiben kann, hat gute Chancen auf Bildungserfolg und kann an der Gesellschaft teilhaben. Daher müssen wir alles daran setzen, diese basalen Kompetenzen zu stärken. In den vergangenen Jahren sind bereits viele Maßnahmen umgesetzt worden, um die Lese- und Schreibkompetenzen zu verbessern – allerdings zu wenig systematisch. Wichtig sind ein Gesamtkonzept und konkrete Handlungsempfehlungen, die wir mit dem Gutachten vorlegen werden."

Professorin Felicitas Thiel, Vorsitzende der SWK und Professorin für Schulpädagogik und Schulentwicklungsforschung an der Freien Universität Berlin, betont: „Deutschlandweit verlassen noch immer zu viele Kinder die Grundschule, ohne ausreichend lesen und schreiben zu können. Daher werden wir uns der Frage widmen, wie der Unterricht aussehen muss, um alle Kinder, unabhängig von Wohnort, Herkunft und Elternhaus, bestmöglich zu fördern und fordern.“

Zum zweiten Gutachten erklärt Professor Olaf Köller, Vorsitzender der SWK und wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN): „Die Digitalisierung hat durch die Pandemie einen Schub erfahren. Jetzt geht es darum, aus dem Flickenteppich an Maßnahmen und Ideen ein wirksames Gesamtkonzept zu entwickeln. Mit dem Gutachten wollen wir aufzeigen, welche Dimensionen digitale Bildung umfasst und wie alle Akteure im Bildungssystem gemeinsam dafür sorgen können, dass Kinder und Jugendliche die notwendigen Kompetenzen auch erwerben.“

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Britta Ernst: „Die Grundlage für unsere bevorstehende Zusammenarbeit wird dieses abgestimmte Arbeitsprogramm sein. Uns verbindet dabei ein hohes Interesse an der Weiterentwicklung unseres Bildungswesens, so dass die nachfolgenden Generationen die Herausforderungen der Zukunft und einer sich wandelnden Welt gut meistern können. Dabei wird die Ständige Wissenschaftliche Kommission für die Länder künftig ein wichtiger Berater und Impulsgeber sein.“

Künftig gilt das Arbeitsprogramm jeweils für zwei Jahre. Themenvorschläge können sowohl aus der SWK als auch aus der Kultusministerkonferenz kommen. Die Kultusministerkonferenz berät in ihren Sitzungen über das Arbeitsprogramm. In diesem Jahr hat die SWK bereits zwei Stellungnahmen vorgelegt mit Empfehlungen zur Umsetzung des Aktionsprogramms des Bundes Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche und zur Weiterentwicklung der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“


nach oben