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24. September 2021Aktuelles

Neue Forschungsprojekte zu neu zugewanderten gehörlosen und schwerhörigen Schülerinnen und Schülern

Wie lässt sich die sprachliche Entwicklung und Bildung neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler beschreiben, die gehörlos oder schwerhörig sind? Wie stellt sich ihre Lernsituation dar und welche sprachdidaktische Unterstützung ist für sie wichtig? Wer Antworten auf diese Fragen sucht, dem wird schnell bewusst, dass die Forschung in diesem Bereich noch nicht fortgeschritten ist. Derzeit fehlen belastbare Informationen über die schrift- und lautsprachlichen sowie gebärdensprachlichen Erwerbsverläufe, Sprachprofile und Schulkarrieren dieser Lernendengruppe. Darüber hinaus werden Lehrkräfte nicht explizit dafür qualifiziert, diese Gruppe zu unterrichten. Dieser Herausforderung widmen sich nun zwei neue Forschungsprojekte am Mercator-Institut in Kooperation mit weiteren Partnern.

Das Forschungsprojekt Sprachliche Entwicklung und sprachliche Bildung neu zugewanderter gehörloser und schwerhöriger Schüler:innen (IDeALL), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, beginnt im Oktober 2021. Ziel ist es, ein interdisziplinäres (Zweitsprachenerwerb/Mehrsprachigkeit sowie Pädagogik und Didaktik hörgeschädigter Menschen) und nationenübergreifendes Austausch- und Forschungsnetzwerk aufzubauen, um eine Basis für die Erforschung der Lernsituation neuer Lernender mit Hörbehinderung, für ihre sprachdidaktische Unterstützung und für die Erweiterung der Aus- und Weiterbildung ihrer Lehrkräfte aufzubauen.

Ein weiteres Forschungsprojekt, das vom Innovationspool Sonderpädagogik gefördert wird, ist im April 2021 gestartet. Das Projekt Sprachliche Bildung neu zugewanderter gehörloser und schwerhöriger Schülerinnen und Schüler zielt darauf ab, erste Einblicke in die Situation des Sprachunterrichts dieser Gruppe zu gewinnen, die Thematik im Masterstudium von Studierenden mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation zu verankern und die Bereiche Sprachliche Bildung/DaZ und Sonderpädagogik in Lehre und Forschung enger miteinander zu verzahnen.


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