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19. April 2021AktuellesPressemitteilungen

Corona als Brennglas für die Herausforderungen des deutschen Bildungssystems

Wie muss Schule weiterentwickelt werden, damit sie ihren gesellschaftlichen Auftrag auch in Zukunft erfüllen kann? In dem jetzt erschienenen Buch Schule weiter denken. Was wir aus der Pandemie lernen gehen Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten dieser Frage nach. Dabei befassen sie sich mit Themen wie dem digitalen Lernen, dem Bildungsföderalismus und der Autonomie von Schulen, die gerade durch die Covid-19-Pandemie ins Zentrum der gesellschaftlichen Debatte gerückt sind. Herausgegeben wurde das Buch von Prof. Dr. Kai Maaz (DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation) und Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek (Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache).

Die pandemiebedingten Schulschließungen im Frühjahr 2020 und zum Jahreswechsel 2020/21 stellen eine nie dagewesene Herausforderung im deutschen Bildungssystem dar. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler mussten sich auf eine völlig neue Unterrichtssituation einstellen, und Eltern waren auf einmal unmittelbar in die schulische Bildung ihrer Kinder eingebunden. Anliegen des Buches ist es, die durch die Pandemie erzwungenen Veränderungen zu beschreiben und deren Folgen für die Schulen und die daran Beteiligten aufzuzeigen. Diese Entwicklungen denken die Autorinnen und Autoren, die aus Forschung und Praxis stammen, konstruktiv weiter und analysieren, was sich in Zukunft ändern muss, damit Schulen ihre gesellschaftlichen Aufgaben erfüllen können und krisenfester werden.

„Auf Dauer muss es unser aller Ziel sein, den Unterricht und das Lernen so zu gestalten, dass Bildungserfolg nicht mehr abhängig ist von der sozialen Herkunft der Kinder. Das erfordert wesentliche Änderungen bei der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, aber auch im Zusammenspiel von Schule und Verwaltung“, unterstreicht Prof. Dr. Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, ergänzt: „Die Schulschließungen haben viele bestehende Herausforderungen in unserem Bildungssystem offenkundig gemacht, die auch nach der Pandemie nicht verschwunden sein werden. Dazu zählt auch die sprachliche Bildung. Nur wer gut lesen und schreiben kann, ist in der Lage, erfolgreich zu lernen und an der Gesellschaft teilzuhaben. Für Schülerinnen und Schüler, die damit Schwierigkeiten haben, hat sich die Situation durch die Corona-Pandemie verstärkt.“ 

Das jetzt vorliegende, beim Dudenverlag erschienene Buch ist eine im besten Sinne populärwissenschaftliche Veröffentlichung, die wissenschaftliche Erkenntnisse allgemeinverständlich für die interessierte Öffentlichkeit aufbereitet. Es fragt nach bei Schülerinnen, Schülern, Eltern, Lehrkräften und Schulleitungen. In den einzelnen Kapiteln widmet es sich den Strukturen des Bildungssystems, der Qualitätssicherung an Schulen, der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, der Unterrichtsqualität, der Digitalisierung, der sprachlichen Bildung, der mathematischen Bildung und den Ungleichheiten im Bildungssystem. 

Mitgewirkt haben Dr. Martina Diedrich (Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung Hamburg), Prof. Dr. Birgit Eickelmann (Universität Paderborn), Ilka Huesmann (Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache), Frauke König (Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache), Prof. Dr. Mareike Kunter (DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation), Michaela Mörs (Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache), Anna Niewerth (Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache), Prof. Dr. Susanne Prediger (Technische Universität Dortmund, Deutsches Zentrum für Lehrerbildung Mathematik), Prof. Dr. Sandy Taut (Bayerisches Landesamt für Schule), Dr. Franziska Baier (Goethe-Universität Frankfurt) sowie Dr. Till Woerfel (Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache).

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an: 

Anke Wilde, Pressesprecherin
DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
Tel. 069 24708-824 
wilde.anke@dipf.de

Frauke König, Kommunikation
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
Tel. 0221 470-4758
frauke.koenig(at)mercator.uni-koeln[dot]de

Über das DIPF:
Das DIPF ist das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation mit Standorten in Frankfurt am Main und in Berlin. Es will dazu beitragen, Herausforderungen für Bildung und das Erforschen von Bildung zu bewältigen. Dafür unterstützt das Institut Schulen, Kindertagesstätten, Wissenschaft, Verwaltung und Politik mit Forschung, Informationsinfrastrukturen und Wissenstransfer. Seine anspruchsvolle, internationale verankerte und interdisziplinär angelegte Forschung ist grundlagen- wie anwendungsorientiert. Die Informationsinfrastrukturen des DIPF stellen auf digitalem Weg umfassendes Wissen und Daten über Bildung bereit. Zu den Transferaktivitäten des Instituts gehören ein intensiver Austausch mit der pädagogischen Praxis und das adressatengerechte Weitergeben wissenschaftlicher Ergebnisse.
 

Über das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache:
Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache ist ein durch die Stiftung Mercator initiiertes und gefördertes Institut der Universität zu Köln. Es will sprachliche Bildung verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, erforscht und entwickelt es innovative Konzepte, Maßnahmen und Instrumente für sprachliche Bildung. Es bildet regional Lehramtsstudierende aus sowie bundesweit Pädagoginnen und Pädagogen in Kitas, Schulen und der Erwachsenenbildung fort und bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse gezielt für Entscheidungsträger in Bildungspolitik und -verwaltung sowie Bildungspraxis auf. Mit seiner Forschung und seinen wissenschaftlichen Serviceleistungen zu sprachlicher Bildung in einer mehrsprachigen Gesellschaft trägt das Mercator-Institut zu mehr Chancengleichheit im Bildungssystem bei. 


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