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09. November 2020Aktuelles

Kölner Studierende übernehmen Lernpatenschaften für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler

Die coronabedingten Schulschließungen und Einschränkungen haben die Lernsituation für Schülerinnen und Schüler erschwert. Um der Ausbreitung der Pandemie entgegenzuwirken, ist damit zu rechnen, dass sich das Lernen in Präsenz und auf Distanz auch in den kommenden Monaten immer wieder abwechseln wird. Manche Lernende belastet das stärker als andere. Besonders neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler können beim Home Schooling wenig auf die Unterstützung von Familienmitgliedern zurückgreifen, da auch diese oftmals selbst Deutsch erlernen. Gleichzeitig wird von Lehrkräften erwartet, dass sie diese besondere Zielgruppe individuell betreuen, obwohl der Vorbereitungs-, Material- und Zeitaufwand unter regulären Bedingungen schon sehr hoch ist.

Vor diesem Hintergrund entstand im März 2020 kurzfristig das Projekt DaZ in Zeiten der Pandemie – Lernpatenschaften für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler. Zwei Dozentinnen des Mercator-Instituts bildeten im Sommersemester – im Rahmen von Seminaren im Modul Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte (DaZ-Modul) – Lehramtsstudierende zu Lernpatinnen und -paten aus. Im ganzen Semester unterstützten sie insgesamt 117 neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler von 27 Schulen in wöchentlichen, virtuellen Treffen individuell beim Lernen der deutschen Sprache und halfen ihnen somit über die Zeit der Schulschließungen. Gleichzeitig sammelten die angehenden Lehrerinnen und Lehrer praktische Erfahrungen in der sprachlichen Betreuung von jungen Zugewanderten. Die Bezirksregierung Köln hat das Projektteam bei der Kontaktherstellung zu den Schulen im April unterstützt.

Das Projekt geht im nun gestarteten Wintersemester in die zweite Runde: Diese Woche treffen sich erstmals die neuen Lerntandems im virtuellen Raum. Die Vorbereitung der Studierenden des aktuellen Wintersemesters erfolgte bis Anfang November über vier Online-Seminarsitzungen. Dort haben sich die angehenden Lehrkräfte mit Besonderheiten von Deutsch als Zweitsprache mit Schwerpunkt auf dem Lesen auseinandergesetzt. Seit vergangener Woche werden sie nun in digitalen Seminarsitzungen weiter von ihren Dozentinnen begleitet. Gleichzeitig fungiert jede bzw. jeder Studierende als individuelle Patin bzw. individueller Pate für zwei Schülerinnen bzw. Schüler. Zu zweit treffen sie sich bis zum Ende des Schulhalbjahres digital mindestens einmal pro Woche für mindestens 30 Minuten. Sie beschäftigen sich gemeinsam mit Lesetexten, reden über Textstrukturen, Lesestrategien, Wortschatz sowie Inhalte und erarbeiten zusammen Lesepläne. Insgesamt übernehmen im Wintersemester 2020/21 48 Studierende Patenschaften für 96 neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler an 13 Schulen im Kölner Raum.


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