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29. März 2018 Aktuelles

Unilabor statt Klassenraum

Schülerinnen und Schüler einer Vorbereitungsklasse des Kölner Schiller Gymnasiums haben für einen Tag ihren Klassenraum gegen ein Labor an der Uni eingetauscht: Bei einem Projekttag am 20. Februar erforschten sie gemeinsam mit Lehramtsstudierenden aus dem Fach Biologie, woran man sauberes Wasser erkennt und wie Wasser gereinigt wird.

Der Projekttag ist Teil des Projektes MINTegration. Es hat zum Ziel, sprachsensible Lernmaterialien für den Biologieunterricht zu entwickeln, zu evaluieren und zu überarbeiten. Die Materialien haben Lehramtsstudierende selbst entwickelt. Dazu gehört ein Forscherheft, in dem die zehn Schülerinnen und Schüler aus Pakistan, Syrien und dem Irak ihre Ergebnisse, neue Alltagsworte und Fachbegriffe aus der Biologie festhalten. Auf Tablets können sie sich kurze Videos zu Versuchen ansehen oder digital Wörter nachschlagen. „Einige Jugendliche sprechen schon sehr gut Deutsch, andere sind noch nicht sehr lange in der Vorbereitungsklasse und brauchen mehr sprachliche Unterstützung. Das Besondere an den Lehrmaterialien ist, dass sie für solche heterogenen Lerngruppen entwickelt worden sind, in der Didaktik spricht man hier von sprachsensibel. Die Schülerinnen und Schüler können die zusätzlichen zur Verfügung stehenden Hilfestellungen nutzen. Wer mit einem Versuch fertig ist, findet weiterführende Lernanregungen,“ erläutert Victoria Hollmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Mercator-Institut und am Institut für Biologiedidaktik, die Besonderheit der Materialien.

Die Versuche führen die Schülerinnen und Schüler selbstständig an mehreren Stationen durch. Lehramtsstudierende unterstützen sie beim Stationenlernen. „Es war toll, weitere Lehrerfahrung zu sammeln“, so die Meinung der Studierenden. Die Schülerinnen und Schüler fanden es spannend, einen Tag an der Uni zu verbringen. Maik Wolniewicz Lehrer der Vorbereitungsklasse, bestätigt: „Die unterschiedlichen Stationen waren nicht nur entsprechend der Sprachstände der Kinder vorbereitet. Auch die fachliche Betreuung und der Umgang mit den Kindern haben zu einem tollen Projekttag beigetragen.“

MINTegration ist ein gemeinsames Projekt des Instituts für Biologiedidaktik und des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, des Instituts für Chemiedidaktik und des Zentrums für LehrerInnenbildung (ZfL) von der Universität zu Köln, gefördert vom Ford Motor Company Fund.

MINTegration: Förderung jugendlicher Flüchtlinge

Geflüchtete Jugendliche werden gezielt zur Förderung in den MINT-Fächern an die Universität zu Köln eingeladen - Ford Stiftung fördert Projekt mit 31.000 Euro bis Mai 2018 - Pilotprojekt mit 13 bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern aus den Vorbereitungsklassen des Schiller-Gymnasiums in Köln erfolgreich umgesetzt - Einsatz digitaler Medien und sprachsensibler Lehrmaterialien soll Sprachbarriere überwinden

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