Bericht

Schul- und Unterrichtsentwicklung am Beispiel des Modellierens von Schreibprozessen

Eine gelingende Schul- und Unterrichtsentwicklung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Diese Faktoren stellten Afra Sturm und Tim Sommer vom Zentrum Lesen der Fachhochschule Nordwestschweiz im Rahmen eines Praxisworkshops am Beispiel des Zürcher QUIMS-Projekts (Qualität in multikulturellen Schulen) zur Schreibförderung in Schulen mit hohem Migrationsanteil vor. Dabei wurden nicht nur günstige Voraussetzungen diskutiert, sondern auch mögliche Stolpersteine oder Hürden.

Zu den Gelingensbedingungen erfolgreicher Schreibförderung zählt dabei insbesondere eine vom Lehrerkollegium gemeinsam getragene verbindliche Planung und Durchführung der Fördermaßnahmen und eine damit einhergehende Unterrichts- bzw. Schulentwicklung. Demgegenüber scheint eine Implementation von geeigneter Schreibförderung in den Schulen dann schwierig zu sein, wenn Förderung als Einzelmaßnahme verstanden wird.

Zur Konkretisierung stellten Afra Sturm und Tim Sommer vom Zentrum Lesen der Fachhochschule Nordwestschweiz einen wichtigen Bereich der Schreibförderung vor: das Modellieren von Schreibprozessen. Schreiben ist vor allem eine Tätigkeit, die im Kopf stattfindet und damit zunächst nicht sicht- oder beobachtbar ist. Das Modellieren stellt ein zentrales Element wirksamer Verfahren dar, bei dem die kognitiven Aktivitäten versprachlicht und so beobachtbar werden. Zusätzlich trägt das Versprachlichen der kognitiven Aktivitäten dazu bei, das Wissen über das Schreiben aufzubauen. Um günstige Voraussetzungen und Stolpersteine zu vertiefen, wurden im Workshop die verschiedenen Bildungsetappen in den Blick genommen, das heißt, Modellieren im Kindergarten, in der Grundschule sowie in der Sekundarstufe I.

Nachdem der theoretische Hintergrund des Modellierens erläutert wurde, wurde eine praktische Arbeitsphase angeschlossen, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops anhand verschiedener Aufgaben das Konzept dieser Schreibförderung selbst entdecken konnten. Im Anschluss wurden die Möglichkeiten zur Implementation in die Praxis diskutiert.  Hierbei stand vor allem das Modellieren von Schreibprozessen als Konzept zur Schreibförderung im Fokus der Diskussion.

Informationen zu diesem Thema

Sprachliche Bildung/Sprachförderung beim Mercator-Institut

Sprachliche Bildung für alle Kinder und Jugendlichen ist Aufgabe der Bildungsinstitutionen. Sie erfolgt integriert im Alltag der Kitas bzw. im Unterricht, nicht beiläufig, sondern gezielt. Sprachliche Bildung bezeichnet alle systematisch angeregten Sprachlernprozesse und ist allgemeine Aufgabe im Elementarbereich wie im Unterricht aller Fächer. Die Erzieherin oder Lehrperson greift geeignete Situationen auf und gestaltet sprachlich bildende Kontexte für alle Kinder und Jugendlichen. Sprachförderung bezeichnet in Abgrenzung zur sprachlichen Bildung Fördermaßnahmen für die Kinder und Jugendlichen, bei denen besondere Schwierigkeiten oder Entwicklungsrückstände diagnostiziert wurden.

Die Maßnahmen können in der Schule unterrichtsintegriert oder additiv erfolgen. Sprachförderung ist häufig ausgerichtet auf bestimmte Adressatengruppen und basiert auf spezifischen (sprach-)didaktischen Konzepten und Ansätzen, die den jeweils besonderen Förderbedarf berücksichtigen, wie z.B. Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen (vgl. BiSS-Expertise 2012: 23).

Durch die Förderung von Projekten sowie eigene Forschungstätigkeiten will das Mercator-Institut zur Verbesserung von Instrumenten und zur Qualitätssicherung in der sprachlichen Bildung und Förderung beitragen. Einen aktuellen Überblick zur Wirksamkeit der Förderung verschiedener sprachlicher Teilfertigkeiten (Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören) bietet die Expertise zur Wirksamkeit von Sprachförderung, die das Mercator-Institut gemeinsam mit dem Zentrum Lesen der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz im Auftrag der Bildungsdirektion des Kanton Zürich erstellt hat.

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