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Literaturtipps zur Leseförderung

Leseflüssigkeit, Lesestrategien, Lesemotivation – Diese Liste gibt Empfehlungen für die unterschiedlichen Dimensionen der Leseförderung.

Leseflüssigkeit

Lauer-Schmaltz, M., Rosebrock, C. & Gold, A. (2014). Lautlesetandems in der Grundschule – Bedingungen und Grenzen ihrer Wirksamkeit. Didaktik Deutsch, 37, S. 44-61.

In diesem Artikel wird die Wirksamkeit der Lautlesetandems im Rahmen einer Interventionsstudie hinsichtlich der Verbesserung der Leseflüssigkeit untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fördermaßnahmen Lautlesetandems und Klassenlautlesen gegenüber einer Kontrollbedingung zu geringfügig höheren Leistungszuwächsen führen. Die Befunde werden unter dem Aspekt der Passung individueller Lernvoraussetzungen mit den Anforderungen der Fördermethoden diskutiert.

Rosebrock, C., Nix, D., Riekmann, C. & Gold, A. (2011). Leseflüssigkeit fördern. Lautleseverfahren für die Primar- und Sekundarstufe. Seelze: Kallmeyer.

Dieses Buch gibt Aufschluss darüber, warum sich bei einigen Kindern die Leseflüssigkeit als wichtigste Komponente der Lesekompetenz ohne zusätzliche Hilfe nicht entwickelt und was man im (Deutsch-)Unterricht dagegen tun kann. Neben einer Darstellung der lesetheoretischen und -didaktischen Grundlagen von Lautleseverfahren werden wirksame und unterrichtserprobte Methoden (mit Schwerpunkt Lautlesetandems) zur Diagnostik und Förderung der Leseflüssigkeit vorgestellt.

Nix, D. (2006): Das Lesetheater. Integrative Leseförderung durch das szenische Vorlesen literarischer Texte. Praxis Deutsch, 33(199), 23-29.

In diesem Artikel wird eine Methode zur integrativen Leseförderung anhand eines Lesetheaters praktisch illustriert. Anhand kleiner Lesescripts, die aus kurzen Erzähltexten erarbeitet wurden, wird das szenische Vorlesen literarischer Texte vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Lautlesen, jedoch zielt diese Methode auch auf Aspekte der Lesemotivation.

Leseverstehen/ Lesestrategien

Becker-Mrotzek, M., Kusch, E. & Wehnert, B. (2006). Leseförderung in der Berufsbildung. Duisburg: Gilles & Francke.

In diesem Buch werden Herausforderung und Anforderung in der beruflichen Ausbildung an die Lesekompetenz diskutiert und Ziele eines Projekts zur Leseförderung in der Berufsbildung vorgestellt. Zudem werden Konzepte zur Leseförderung dargeboten.

Andrea Bertschi-Kaufmann (Hrsg.) (2015). Lesekompetenz, Leseleistung, Leseförderung: Grundlagen, Modelle und Materialien. Seelze-Velber, Zug : Kallmeyer in Verbindung mit Klett

In diesem Band werden Grundlagen zum Thema Lesekompetenzen vermittelt. Außerdem wird diskutiert, mit welchen verschiedenen Verfahren sich Leseleistungen prüfen und Lernentwicklungen beobachten lassen und wie darauf aufbauend eine gelingende Leseentwicklung unterstützt werden kann. Diese Diskussionen werden begleitet von praktischen Übungen und Aufgaben für Studierende und Lehrende, die damit die verschiedenen Beiträge im Band verarbeiten können. Auf einer beiliegenden CD-ROM finden sich ergänzende Materialien zur Vertiefung einzelner Themen und Umsetzungshilfen für den Unterricht.

Gailberger, Steffen (2011): Lesen durch Hören – Leseförderung in der Sek. I mit Hörbüchern und neuen Lesestrategien. Weinheim: Beltz

In diesem Buch wird ein Ansatz vorgestellt, der sich sowohl auf die Leseflüssigkeit, als auch auf die Lesemotivation und –freude positiv auswirkt. Anhand der praktischen Anregungen für den Unterricht und der beiliegenden CD ist die Umsetzung in einem kompetenzorientierten Unterricht in recht kurzer Zeit relativ problemlos und erlaubt eine binnendifferenzierte Diagnostik heterogener Lerngruppen. Der Fokus liegt hierbei zunächst auf dem simultanen Lesen und Hören von Buch und Hörbuch, welches der Ausbildung von Lesebewusstheit dient. Anhand derer werden Texte dann mit Stiften gelesen, so dass die Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt lernen, Schlüsselwörter zu identifizieren und lokale und globale Kohärenzen aufzubauen. Die Begleit-CD enthält Kopiervorlagen zu 16 verschiedenen Sachtexten auf jeweils 3 Schwierigkeitsstufen sowie die vollständige Lesung des Jugendromans Paranoid Park von Blake Nelson.

Gailberger, S. (2013): Systematische Leseförderung für schwach lesende Schüler. Zur Wirkung von lektürebegleitenden Hörbüchern und Lesebewusstmachungsstrategien. Weinheim, Basel: Beltz Juventa

Ausgehend vom Ansatz Lesen durch Hören wird in diesem Buch grundlegend der Ansatz einer systematischen Leseförderung für schwach lesende Schülerinnen und Schüler vorgestellt. Das Modell basiert auf zwei Bausteinen: Es wird das Lesen mit Hörbüchern und darauf aufsbauend das bewusste, den eigenen Prozess steuernde Lesen mit Stiften erläutert. Als theoretische Grundlegungen dient hier das Lüneburger Modell und der dort verwendeten Kompetenzbegriff, der ausführlich dargestellt wird.

Gold, A. (2010): Lesen kann man lernen. Lesestrategien für das 5. und 6. Schuljahr. Vandenhoeck & Ruprecht.

In diesem Band werden die lernpsychologischen Voraussetzungen für eine optimale Leseerziehung aufgezeigt. Dabei wird der Begriff der Lesekompetenz definiert und ihr Erwerb nachvollzogen. Es wird ein Trainingsprogramm zur Leseförderung vorgestellt, in dem die Frage geklärt wird, wie man jungen Leserinnen und Lesern Lesestrategien, die aktiv und selbstregulativ angewendet werden, vermitteln kann. Außerdem werden die wichtigsten Prinzipien und Methoden des strategischen Lesens skizziert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung des verstehenden Lesens am Ende der Grundschulzeit und in der beginnenden Sekundarstufe.

Philipp, M. & Schilcher, A. (2012). Selbstreguliertes Lesen. Ein Überblick über wirksame Leseförderansätze. Seelze: Friedrich.

Im ersten Teil des Buches werden theoretische Grundlagen zum selbstregulierten Lesen vermittelt. Der zweite Teil beinhaltet unterschiedliche Leseförderansätze, die im dritten Teil unter bestimmten Kriterien verglichen und ausgewertet werden. Dieses Buch bietet einen aktuellen und kompakten Überblick für Referendare, Lehrkräfte und Fortbildner, die ihre Schülerinnen und Schüler – besonders im Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe – mit gezielten Lesefördermaßnahmen unterstützen und ihre Lesekompetenzen stärken möchten.

Lesemotivation

Bamberger, R. (2000): Erfolgreiche Leseerziehung in Theorie und Praxis. Mit besonderer Berücksichtigung des Projektes »Leistungs- und Motivationssteigerung im Lesen und Lernen unter dem Motto Lese- und Lernolympiade«. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.

Dieses Buch bietet eine umfangreiche Einführung in das Themengebiet der Leseförderung. Neben allgemeinen Argumentationen aus der Leseforschung liegt der Schwerpunkt hier auf der Leseolympiade als Vielleseverfahren zur Steigerung der Lesemotivation. Ihre Wirksamkeit wird anhand der Auswertung des Projekts aus dem 1970er Jahren dokumentiert und diskutiert. Vielleseverfahren wie dieses eignen sich besonders für Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne ausgeprägte Lesepraxis. Durch sie wird ihnen Schritt für Schritt eine eigenständige, habituelle Rolle als Leserin bzw. Leser nahegebracht, die sich nicht nur auf die Lesemotivation, sondern auch auf die Lesefähigkeit positiv auswirkt.

Bertschi-Kaufmann, A. (2015): Das Lesen anregen, fördern, begleiten. Seelze: Klett Kallmeyer.

Das Buch liefert Anregungen und Hilfen für den Leseunterricht, um den vielfältigen Interessen und Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden. Dabei werden wichtige Grundlagen geschaffen und detaillierte Vorschläge für die Praxis gemacht: Wie können Schülerinnen und Schülern Anlässe zum Lesen gegeben werden? Wie können sie gefördert und auf ihrem Weg zum selbstständigen Lesen begleitet werden?

Lange, R. (2012): Die Lese- und Lernolympiade. Aktive Leseerziehung mit dem Lesepass nach Richard Bamberger. 2.Auflage. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren. [Aktualisierung und Aufbereitung der Bambergerschen Leseolympiade mit neuen Unterrichtsvorschlägen und Materialien].

In diesem Buch wird Bambergers Lese- und Lernolympiade in modernisierter Form als langfristig angelegtes Lesetrainingsprogramm, das vom 2. bis  zum 10. Schuljahr eingesetzt werden kann, vorgestellt. In Anlehnung an Richard Bamberger bringt dieser Band dieses erprobte Leseerziehungsprogramm in einen medialen und neurologischen Zusammenhang und stellt die erzieherischen und organisatorischen Voraussetzungen für die erfolgreiche Durchführung dar. In die kompakte Darstellung konnten neuere Erkenntnisse der Leseforschung und Erfahrungen nach vierjähriger Erprobung eingearbeitet werden. Zum Lieferumfang gehören ein Anhang und eine CD mit Kopiervorlagen und individuell änderbaren Druckvorlagen für eine zeitsparende Realisierung.

Autorinnen:

Necle Bulut ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Mercator-Institut und arbeitet in dem vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „Leseflüssigkeit und Schreibflüssigkeit – Konzeption, Diagnostik, Förderung“.

Miriam Possmayer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität zu Köln und erstellt im Auftrag des IQB die länderübergreifenden Vergleichsarbeiten in der 8. Klasse für das Fach Deutsch (VERA 8).

Informationen zu diesem Thema

Sprachliche Bildung/Sprachförderung beim Mercator-Institut

Sprachliche Bildung für alle Kinder und Jugendlichen ist Aufgabe der Bildungsinstitutionen. Sie erfolgt integriert im Alltag der Kitas bzw. im Unterricht, nicht beiläufig, sondern gezielt. Sprachliche Bildung bezeichnet alle systematisch angeregten Sprachlernprozesse und ist allgemeine Aufgabe im Elementarbereich wie im Unterricht aller Fächer. Die Erzieherin oder Lehrperson greift geeignete Situationen auf und gestaltet sprachlich bildende Kontexte für alle Kinder und Jugendlichen. Sprachförderung bezeichnet in Abgrenzung zur sprachlichen Bildung Fördermaßnahmen für die Kinder und Jugendlichen, bei denen besondere Schwierigkeiten oder Entwicklungsrückstände diagnostiziert wurden.

Die Maßnahmen können in der Schule unterrichtsintegriert oder additiv erfolgen. Sprachförderung ist häufig ausgerichtet auf bestimmte Adressatengruppen und basiert auf spezifischen (sprach-)didaktischen Konzepten und Ansätzen, die den jeweils besonderen Förderbedarf berücksichtigen, wie z.B. Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen (vgl. BiSS-Expertise 2012: 23).

Durch die Förderung von Projekten sowie eigene Forschungstätigkeiten will das Mercator-Institut zur Verbesserung von Instrumenten und zur Qualitätssicherung in der sprachlichen Bildung und Förderung beitragen. Einen aktuellen Überblick zur Wirksamkeit der Förderung verschiedener sprachlicher Teilfertigkeiten (Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören) bietet die Expertise zur Wirksamkeit von Sprachförderung, die das Mercator-Institut gemeinsam mit dem Zentrum Lesen der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz im Auftrag der Bildungsdirektion des Kanton Zürich erstellt hat.

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