Diskussion

Den Raum der Heterogenität vermessen

Entwicklung im Zuge einer Professionalisierung im Bereich der sprachlichen Bildung? Mit dieser Frage beschäftigen sich Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek und Prof. Dr. Hans-Joachim Roth, Direktoren des Mercator-Instituts, in ihrem Vortrag.

Wir werden im Vortrag der Frage nachgehen, was Heterogenität generell und sprachliche Heterogenität insbesondere für Schule und Unterricht sowie ihre Entwicklung im Zuge einer Professionalisierung im Bereich der sprachlichen Bildung bedeuten: Wie können sich Schule und Unterricht weiterentwickeln, um mit den vielfältigen sprachlichen Herausforderungen (Mehrsprachigkeit, Fach- und Bildungssprache, Deutsch für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler usw.), aber auch mit den unterschiedlichen sprachlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler umzugehen? In einem ersten Teil wird es um sprachliche Varietäten und Register gehen, um ihre Strukturen und Funktionen. So möchten wir die Frage beantworten, mit welcher Art von sprachlicher Heterogenität wir es überhaupt zu tun haben. Anschließend werden wir uns in einem zweiten Teil mit den sprachlichen Fähigkeiten, den Sprachkompetenzen der Schülerinnen und Schüler, aber auch der Lehrkräfte befassen.

Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek ist Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache. Er ist Sprecher des Trägerkonsortiums Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS), das im Auftrag von Bund und Ländern die Initiative zur Verbesserung der Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung koordiniert und wissenschaftlich ausgestaltet. Michael Becker-Mrotzek ist Mitglied im Beirat des Zentrums für Mehrsprachigkeit und Integration Köln (ZMI) und stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln.

Prof. Dr. Hans-Joachim Roth ist stellvertretender Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache. Er ist Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Interkulturelle Bildungsforschung und seit 2009 Dekan der Humanwissenschaftlichen Fakultät an der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte sind theoretische und didaktische Fragen der Interkulturellen Bildung sowie Fragen von Mehrsprachigkeit und sprachlicher Bildung. Er ist Mitglied des Trägerkonsortiums BiSS und des Rats für Migration.

Dokumentation der Jahrestagung 2016

Informationen zu diesem Thema

Sprachliche Bildung/Sprachförderung beim Mercator-Institut

Sprachliche Bildung für alle Kinder und Jugendlichen ist Aufgabe der Bildungsinstitutionen. Sie erfolgt integriert im Alltag der Kitas bzw. im Unterricht, nicht beiläufig, sondern gezielt. Sprachliche Bildung bezeichnet alle systematisch angeregten Sprachlernprozesse und ist allgemeine Aufgabe im Elementarbereich wie im Unterricht aller Fächer. Die Erzieherin oder Lehrperson greift geeignete Situationen auf und gestaltet sprachlich bildende Kontexte für alle Kinder und Jugendlichen. Sprachförderung bezeichnet in Abgrenzung zur sprachlichen Bildung Fördermaßnahmen für die Kinder und Jugendlichen, bei denen besondere Schwierigkeiten oder Entwicklungsrückstände diagnostiziert wurden.

Die Maßnahmen können in der Schule unterrichtsintegriert oder additiv erfolgen. Sprachförderung ist häufig ausgerichtet auf bestimmte Adressatengruppen und basiert auf spezifischen (sprach-)didaktischen Konzepten und Ansätzen, die den jeweils besonderen Förderbedarf berücksichtigen, wie z.B. Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen (vgl. BiSS-Expertise 2012: 23).

Durch die Förderung von Projekten sowie eigene Forschungstätigkeiten will das Mercator-Institut zur Verbesserung von Instrumenten und zur Qualitätssicherung in der sprachlichen Bildung und Förderung beitragen. Einen aktuellen Überblick zur Wirksamkeit der Förderung verschiedener sprachlicher Teilfertigkeiten (Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören) bietet die Expertise zur Wirksamkeit von Sprachförderung, die das Mercator-Institut gemeinsam mit dem Zentrum Lesen der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz im Auftrag der Bildungsdirektion des Kanton Zürich erstellt hat.

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